Manjaro oder Debian?

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Manjaro oder Debian?

Beitrag von bluestar »

Vor ein paar Tagen wollte ich mal wieder Manjaro eine neue Chance geben. Manjaro gefällt mir vom Konzept her wirklich gut und man spart sich doch die eine oder andere manuelle Konfiguration im Vergleich zu Debian und die "rollende" Aktualisierung hat eben seinen Reiz.
Leider wurde ich auch diesesmal wieder enttäuscht ... Kurz vorweg: Für jeden Standard-User ist Manjaro prima geeignet! Kommen speziellere Dinge zum Einsatz scheint es allerdings an mehreren Stellen bei Manjaro zu knirschen. Ist vielleicht dem Konzept "Immer das (fast) neueste" geschuldet.

Nur vier Dinge haben mich wieder dazu bewogen, zu meinen gut abgehangenen Stable Debian zurückzukehren:

1. Ich verschlüssele auf Notebooks gerne die Festplatte. Kann auch Manjaro. Jedoch dauert das Entschlüsseln beim Booten bei Manjaro leider elende Sekunden lang ... Bei Debian geschieht dies unmittelbar nach Eingabe des Kennworts. Das macht Debian eindeutig besser. Kann aber auch sein, dass es nur an meiner Hardware liegt. Das wäre aber niocht nicht so wild, der kommende Punkt 2 ist aber ein Ausschlusskriterium.

2. Ich setze das flotte KVM mit dem Paket "virt-manager" ein, denn ein Windows für die eine oder andere App braucht der Linuxer ja doch immer mal wieder. :D Zu meinem Erstaunen war Manjaro nur solange stabil, bis KVM mit parallel lief. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen fror immer mal wieder - zusätzlich zur VM - auch der Host, also Manjaro ein und nur noch ein Hard-Reset konnte das Trauserspiel beenden. Schade. In Debian 11 tritt dieses nicht auf. Stabil wie eine Eins. Beides lässt sich zusammen benutzen. Auch wenn man "virtio-win" nutzt, also eine Optimierung des Guests.

3. Clonezilla verträgt sich nicht mit Manjaro. Warum auch immer - es war mir nicht möglich, einen Klon zu erstellen. Was mit Debian 11 problemlos klappt. Denn zusätzlich zu Timeshift mache ich auch regelmässig einen Klon der Festplatte. Für stationäre Backups kann ich übrigens diese praktischen Dockstationen empfehlen, wie diese hier z.B.: https://www.amazon.de/gp/product/B07D8S7RN7

4. Ich benötige für die Firma OpenVPN über den Network-Manager. Manjaro hat alle verschiedenen VPN-Inkarnationen schon dankenswerterweise vorinstalliert (Was ich bei Debian vermisse) Aber so schön das auch ist: Auch hier scheint Manjaro eine Version zu verwenden, die nicht ausreichend auf Stabilität getestet wurde. Bei Debian kommt die Verbindung flott und immer unproblematisch zustande. Bei Manjaro: Glückssache... oder totale Verweigerung.

Also zwei Tage Konfiguration umsonst. Gut gefallen hat mir der Paketmanager von Manjaro. Und natürlich das AUR. Sehr praktisch, weil man sich nicht alles umständlich zusammensuchen muss. Die Möglichkeit einen anderen Kernel zu verwenden ist natürlich auch sehr nett.

Aber in der Summe stand für mich wieder zweifelsfrei fest
: Stabilität und Zuverlässigkeit stehen an erster Stelle. Hat man wenig Anforderungen, spart man sich mit Manjaro die eine oder andere Minute und hat immer ein sehr aktuelles System. Wer auf Arbeits-Stabilität angewiesen ist - für den ist Debian die bessere Distribution,

Gut finde ich, dass sich bei Debian etwas tut, was die unfreien Treiber betrifft: https://linuxnews.de/2022/07/debian-auf ... -firmware/
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Re: Manjaro oder Debian?

Beitrag von josefine »

Das kann ich alles verstehen und auch deinen Unmut.
Zum ersten gibt es ja glücklicherweise die verschiedenen Distributionen wo man sich nach seinen Bedürfnissen im großen und ganzen alles zusammen basteln kann.

Wenn du Manjaro irgendwann noch einmal eine Chance geben willst, nimm nicht den neuesten Kernel sondern installier dir den LTS-Kernel. Geht unheimlich rasch und ist auch sehr stabil.

Ist nur ein kleiner Tipp von mir und ob es damit klappt kann ich dir nicht versprechen ob es mit VPN dann auch besser ist.
Bild ist mein Lieblings System :D
AMD FX-8350 (8) @ 4.000GHz - AMD ATI Radeon HD 6450/7450/8450
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Re: Manjaro oder Debian?

Beitrag von bluestar »

Hallo Josefine, "unmutig" bin ich gar nicht ... :D Ich habe natürlich auch den 5.10 Kernel getestet. Kein Unterschied. Das ist aber auch nicht wirklich tragisch - auch wenn zwei Tage "umsonst" waren, lernt man ja etwas dazu. Und schliesslich will man ja mit apt UND pacman umgehen lernen :mrgreen: Sobald das nötige Kleingeld da ist, werde ich auf jeden Fall ein Notebook mit Manjaro aufsetzen und als Zweitgerät privat nutzen. Denn ich brauche sowieso ein zweites für den Notfall. Debian werde ich aber immer nutzen, war das erste Linux, was mich wirklich überzeugt hat und das hinterlässt ja Spuren. :lol: Aber auch andere Distributionen können Spass machen. Manjaro gehört dazu.
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