Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Probleme bei der Installation von Linux
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Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Beitrag von Konstantin Opel »

Hallo in die Runde,
lese seit geraumer Zeit aufmerksam in diesem Forum mit.
Seit ca. 9 Monaten (vorher Windows) habe ich einige Distributionen durch, habe mich aber jetzt für Debian entschieden. Ich mag die Philosophie, die dahinter steckt und brauche keine ständigen releases. Sicherheit und Stabilität kommt bei mir an erster Stelle.

Ich habe eine Frage zum Verständnis bei einem Backup, dass ich zurückspielen will.

Quelle:
https://wiki.debianforum.de/Installatio ... tionierung

... Anders ist es mit der zweiten Option: Hier wird eine extra Partition für das /home-Verzeichnis angelegt. In der sogenannten /home-Partition landen die Benutzerdaten, also die Benutzereigenen Einstellungen und die persönlichen Dateien. Hier wird die Partition für das /home-Verzeichnis von der Partition für / (engl. Root=Wurzel), auf welcher das System installiert wird, getrennt. Vorteile,die dadurch entstehen wären z.B., dass nach einer erneuten Installation die Benutzerdaten erhalten werden können.

Frage zum Verständnis: Wo liegt der Vorteil?
Zitat: Vorteile,die dadurch entstehen wären z.B., dass nach einer erneuten Installation die Benutzerdaten erhalten werden können.

Wenn ich doch wieder genau wie oben beschrieben installiere, wird doch alles überschrieben, oder sehe ich das falsch?
Oder kommt evtl. die sinngemäße Frage: Soll das /home-Verzeichnis bzw. die /home-Partition überschrieben werden (oder erhalten) bleiben?
Ist es nicht logischer, das /home-Verzeichnis bzw. die /home-Partition auf ein separates Laufwerk abzulegen und bei einer erneuten Installation,
das /home-Verzeichnis bzw. die /home-Partition (per drag 'n' drop) rüberzuziehen?

Die Benutzerdaten und vor allem die Systemeinstellungen bleiben erhalten?

Aller Anfang ist schwer, könnten Sie mir mal aufzeigen, wie Sie Ihr System zurückspielen?
Leider habe ich nichts zu diesem Thema gefunden.

Ich bedanke mich schon mal im Voraus.
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Re: Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Beitrag von zebolon »

Grundsätzlich ist Debian schon mal eine gute Wahl.
Die Trennung von "/"- und "home" auf verschiedene Partitionen bietet einige Vorteile. Stehen dafür 2 Datenträger im PC zur Verfügung umso besser. Aufgrund der physikalischen Trennung von Partitionen z B auf einer SSD zeigen sich auch hier die Vorteile: Bei einem Systemcrash auf der "/"-Partition bleiben die Daten auf der "home"-Partition davon unbeschadet.
Weiterführende Artikel dazu findest Du hier: https://wiki.ubuntuusers.de/Partitionierung/ und: https://wiki.ubuntuusers.de/Homeverzeichnis/

Zum Thema Systembackup verweise ich hier gerne auf einen Beitrag eines nicht nur von mir geschätzten ehemaligen Autors der Linux Bibel beluga:
viewtopic.php?t=100

Rescuezilla ist in der neuen Version zu einem sehr guten Backup-Tool ausgereift. Ich verwende es regelmäßig zur Sicherung meiner Systeme zB für Debian, Manjaro und Solus.
Vollbackups gelingen damit sehr zügig und auch die Wiederherstellung ist flott und sicher.
Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit
(Heinz Erhard)
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Re: Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Beitrag von bluestar »

Ich habe da ein für mich spezielles Konzept entwickelt, was mich ruhig schlafen lässt.

1x Voll-Backup mit Clonezilla (Wochenrythmus)
1x Timeshift-Backup extern nach "Gefühl"

Damit ich da nicht ständig rumstöpseln muss, benutze ich ein Dock für das Notebook, an dem eine Festplatten-Dockingstation angeschlossen ist.
Clonezilla erledigt den bootfähigen Voll-Klon. Dazu muss die interne SSD des Rechners und die Backup SSD identisch gross sein. Redorescue und Rescuezilla kann man bei sich testen - haben das schönere Aussehen, versagen bei mir aber. Hier hat man also einen jederzeit bootfähigen Klon zur Hand.

Bild

In Timeshift (Über Synaptic nachinstallieren) sichere ich (Ohne Zeitplan) manuell extern und schliesse alles ein (Auch den Benutzerordner). So habe ich sogar die Möglichkeit, ältere Versionen einer Datei zurückzukopieren (per Hand) Dazu muss man nur das Timeshift Backup mounten.

Denn mittlerweile habe ich herausgefunden: Wichtig sind vor allem der unsichtbare Ordner /home/mustermannl/.config/ wo die meisten Konfiguratiosdateien abgelegt werden. Der Benutzerordner ist sowieso schnell zurückkopiert. Mit Krusader (Root-Rechte) kopiert man sich Spezialitäten zurück.

Kurz: Ich kopiere alles händisch zurück, da a) das Neuaufsetzen eines Sytems in der Regel selten erfolgt (Ausser man ist Distro-Hopper) und b) bei der Gelegenheit man selektiv den ganzen Müll los wird, der sich mit der Zeit ansammelt.

Debian ist eine gute Wahl. Mit Schwächen und trotzdem in der Summe unschlagbar.

https://clonezilla.org/
https://github.com/teejee2008/timeshift
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Re: Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Beitrag von robertgoedl »

Konstantin Opel hat geschrieben: Di 20. Sep 2022, 11:00
Frage zum Verständnis: Wo liegt der Vorteil?
Zitat: Vorteile,die dadurch entstehen wären z.B., dass nach einer erneuten Installation die Benutzerdaten erhalten werden können.

Wenn ich doch wieder genau wie oben beschrieben installiere, wird doch alles überschrieben, oder sehe ich das falsch?
Oder kommt evtl. die sinngemäße Frage: Soll das /home-Verzeichnis bzw. die /home-Partition überschrieben werden (oder erhalten) bleiben?
Du wählst bei der erneuten Installation das alte Home-Verzeichnis als neues, formatierst aber nicht. Wichtig ist einfach - den alten Nutzernamen wieder verwenden.
Windows lässt sich mit einem U-Boot vergleichen - mach ein Fenster auf und die Probleme beginnen ...
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Re: Installationsvorbereitungen für ein vollständiges Backup

Beitrag von Konstantin Opel »

robertgoedl hat geschrieben: Mi 21. Sep 2022, 02:50
Du wählst bei der erneuten Installation das alte Home-Verzeichnis als neues, formatierst aber nicht. Wichtig ist einfach - den alten Nutzernamen wieder verwenden.
Besten Dank Robert! Das war punktgenau.

@zebolon und bluestar danke für eure Antworten. Meine Frage ging allerdings in eine andere Richtung.
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