Spiral Linux

Verschiedene Linux-Distributionen und deren Eigenschaften, Installation, Einführung
beluga

Spiral Linux

Beitrag von beluga »

bild 6.jpg
Spiral Linux - Cinnamon-Desktop

Spiral Linux ist eine relativ neue Distribution aus den USA, basierend auf Debian 11 »Bullseye«.
Es bezieht Pakete ausschließlich aus den offiziellen Repositories von Debian. Die Debian-Backports sind per default aktiviert und die Quell-Komponenten »main« - »contrib« und »non-free« bereits integriert. Zudem bietet Spiral Linux Tools und Eigenschaften, die Debian fehlen. Ein akuellerer Kernel (5.18.0.0) ist während des Installationsprozesses - für eine bessere Unterstützung neuerer Hardware - wählbar.
Eine große Auswahl an Desktop-Umgebungen ist verfügbar. Btrfs dient als Dateisystem. Ein optimiertes Btrfs-Subvolume-Layout mit automatischen Snapper-Snapshots - die beim Systemstart gebootet werden können - versprechen ein vereinfachtes System-Rollback. Vergleichbar etwa mit dem von openSUSE.
Spiral Linux entstammt aus gleichem Hause wie Gecko Linux - das mit diesem Projekt Live-ISO-Abbilder für openSUSE bereit stellt.

Die Live-ISO-Abbilder finden Sie hier: Spiral Linux Downloads

Die Installation erfolgt mit Hilfe des Calamares-Installers und gestaltet sich relativ einfach.
bild 2.jpg
Durchlaufen Sie die einzelnen Schritte und wählen u. a. Lokalisierung, Standort, Tastaturbelegung...

Etwas Vorsicht ist bei der Partionierung geboten. Entgegen einer regulären Debian-Installation erwartet Spiral Linux »Btrfs« für die System-Partition anstelle von »ext4«.
partitonierung.jpg
Beachten Sie dies bei einer evtl. manuellen Partionierung. Andernfalls verweigert das System den korrekten Betrieb und es hagelt Fehlermeldungen.

Legen Sie einen Benutzer an - es folgt eine kurze Zusammenfassung...
bild 3.jpg
Klicken Sie auf »Installieren« und warten den Installationsprozess ab und starten den PC neu.
bild 5.jpg
Nach dem ersten Start begrüßt Sie - wie auch von Debian gewohnt - ein etwas lieblos gestalteter Desktop. Bevor die unvollständige deutsche Lokalisierung ergänzt und abgeschlossen werden kann, sollte die obligatorische Systemaktualisierung erfolgen...

Wechseln Sie nun zu der Verknüpfung von »Language support« auf dem Desktop und starten diese per Doppelklick. Folgen Sie den Anweisungen.

Abschließend sollte nochmals ein Neustart des Systems erfolgen.

Nun können Sie beginnen, die benötigten Anwendungen zu installieren. Spiral Linux schöpft dazu voll aus den Quellen von Debian.
Neuere Versionen sind sofort via sogenannte Backports zu beziehen - so zum Beispiel eine aktuellere Version von LibreOffice mit folgenden Befehl:

Code: Alles auswählen

sudo apt install -t bullseye-backports libreoffice libreoffice-l10n-de libreoffice-help-de
Ein einfaches Upgrade auf die Testing- oder Unstable-Zweige von Debian soll mit nur wenigen Klicks realisierbar sein. Dazu stellen die Entwickler eine detaillierte Anleitung unter diesem Link bereit:
Anleitung zu Testing / Unstable
Das sollte jedoch von etwas erfahrenen Linux-Anwendern ausgeführt werden.

Eine Besonderheit von Spiral Linux ist das kleine Tool »Snapper-Gui«.
bild 7.jpg
Snapper-Gui

Das System erstellt regelmäßig Snapshots die bei Systemstart gebootet werden können. Mit Snapper-Gui lassen sich jederzeit zusätzliche Snapshots erstellen. Zudem können diese damit detailliert auf Unterschiede verglichen sowie einzeln gelöscht werden.
bild 8.jpg
Snapper-Gui - Einzelne Snapshots vergleichen

Die erstellten Snapshots können während des Bootvorgangs im Grub-Menü ausgewählt, geladen und damit das System zu einem früheren Zeitpunkt - zurück gesetzt werden.
bild 9.jpg
Navigieren Sie während des Bootvorgangs im Grub-Fenster zu dem Eintrag »SpiralLinux Snapshots« und klicken diesen an.
bild 10.jpg
Eine Liste erscheint mit allen bisher erstellten Snapshots - chronologisch geordnet.
Wählen Sie den gewünschten Eintrag zur Wiederherstellung aus und folgen den Anweisungen.
No.6
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Re: Spiral Linux

Beitrag von No.6 »

@Spiral-Linux:
...versprechen ein vereinfachtes System-Rollback...
...Wählen Sie den gewünschten Eintrag zur Wiederherstellung aus und folgen den Anweisungen...
Heißt das andersherum betrachtet, dass bei Spiral-Linux etwas daneben gehen kann und daher ein Rollback zur Sicherung nötig ist?
Bei Debian-Stable habe ich seit ca. 9 Jahren nie den Bedarf nach einem Rollback gehabt.
Weiterhin: Außer dem bereits aktivierten "contrib non-free" kann ich eigentlich nichts wirklich Wichtiges gegenüber dem "normalen" Debian-Stable ausmachen.

Btw, der durchaus interessanten Thread-Reihe "Linux-Distributionen" fehlt imho ein "einigendes Band" zur Übersicht, Bewertung und sachlichen Diskussion. Linux-Neulinge dürfte dieser Thread daher eher "erschlagen".
Man verzeihe mir deshalb die nicht destruktiv, sondern humorvoll gemeinte ironische Frage: "Warum nicht gleich ein Link zu Distro-Watch setzen?" https://distrowatch.com/

Wenn man einem interessierten Besucher Linux-Distributionen nahebringen will, muß man imho den verwirrenden Dschungel an Begrifflichkeiten und Sachverhalten klären. Hilfreich wäre dazu, erst einmal die Haupt-Paket-Systeme .Deb und .Rpm und deren Hauprvertreter (Debian und Red Hat) vorzustellen. Danach erst macht es Sinn, deren Epigonen, ihre Absichten und "Daseinsberechtigung" diskutieren und etwa in einer Matrix zu veranschaulichen. Robert ist dies in seiner ersten Web-Präsenz sehr gut gelungen. Leider konnten diese Inhalte nicht in dieses Forum migriert werden.
Arch-Linux würde ich einen eigenen Extra-Thread gönnen, da diese Distributionswelt imho noch etwas mehr Lernengagement und Interesse an Grundsatzfragen vorraussetzt.
Ein dritter Thread wäre dann interessanten Unix-Alternativen zu widmen, was für den Casual User mit produktiven Verwendungsabsichten dann aber entgültig nur von peripherem Interesse wäre, es sei denn, man stellt dort auch hochinteressante Eigenentwicklungen wie Solus vor.

Kurzum: Ich plädiere für das Erstellen eines Ordnungsschemas, bevor man sich in die Wogen der Distributionen und Forks stürzt.
beluga

Re: Spiral Linux

Beitrag von beluga »

rockyracoon hat geschrieben: So 28. Aug 2022, 15:15 @Spiral-Linux:
...versprechen ein vereinfachtes System-Rollback...
...Wählen Sie den gewünschten Eintrag zur Wiederherstellung aus und folgen den Anweisungen...
Heißt das andersherum betrachtet, dass bei Spiral-Linux etwas daneben gehen kann und daher ein Rollback zur Sicherung nötig ist?
Bei Debian-Stable habe ich seit ca. 9 Jahren nie den Bedarf nach einem Rollback gehabt.
Weiterhin: Außer dem bereits aktivierten "contrib non-free" kann ich eigentlich nichts wirklich Wichtiges gegenüber dem "normalen" Debian-Stable ausmachen.

Btw, der durchaus interessanten Thread-Reihe "Linux-Distributionen" fehlt imho ein "einigendes Band" zur Übersicht, Bewertung und sachlichen Diskussion. Linux-Neulinge dürfte dieser Thread daher eher "erschlagen".
Man verzeihe mir deshalb die nicht destruktiv, sondern humorvoll gemeinte ironische Frage: "Warum nicht gleich ein Link zu Distro-Watch setzen?" https://distrowatch.com/

Wenn man einem interessierten Besucher Linux-Distributionen nahebringen will, muß man imho den verwirrenden Dschungel an Begrifflichkeiten und Sachverhalten klären. Hilfreich wäre dazu, erst einmal die Haupt-Paket-Systeme .Deb und .Rpm und deren Hauprvertreter (Debian und Red Hat) vorzustellen. Danach erst macht es Sinn, deren Epigonen, ihre Absichten und "Daseinsberechtigung" diskutieren und etwa in einer Matrix zu veranschaulichen. Robert ist dies in seiner ersten Web-Präsenz sehr gut gelungen. Leider konnten diese Inhalte nicht in dieses Forum migriert werden.
Arch-Linux würde ich einen eigenen Extra-Thread gönnen, da diese Distributionswelt imho noch etwas mehr Lernengagement und Interesse an Grundsatzfragen vorraussetzt.
Ein dritter Thread wäre dann interessanten Unix-Alternativen zu widmen, was für den Casual User mit produktiven Verwendungsabsichten dann aber entgültig nur von peripherem Interesse wäre, es sei denn, man stellt dort auch hochinteressante Eigenentwicklungen wie Solus vor.

Kurzum: Ich plädiere für das Erstellen eines Ordnungsschemas, bevor man sich in die Wogen der Distributionen und Forks stürzt.
Zum Einen bin ich von einem Forum-Mitglied explizit gebeten worden, über Spiral Linux einen Beitrag zu schreiben. Erstens, weil er und nicht wenige andere - schaut man sich mal ein bisschen unvoreingenommen in der Linux Welt um - es für eine beachtliche Distribution findet /finden. Zweitens hat die betreffende Person technische Probleme selbst einen Beitrag zu erstellen. Drittens habe ich mir erlaubt, diesen Beitrag auch in eigener Sache zu verfassen - bin ebenfalls begeistert davon.

Du kannst Dich glücklich schätzen, wenn Du noch nie oder selten Probleme mit Linux hattest. Warum soll man Techniken nicht nutzen, die die Anwendung erleichtern... Snapshots / Rollbacks in Zusammenhang mit Btrfs gibt es unter openSUSE bereits seit Jahren und ist hier fester Bestandteil. Einen Kommentar zu Deiner Anmerkung diesbezüglich verkneife ich mir.
Zum Anderen - die Thread-Reihe "Linux-Distributionen" wurde ins Leben gerufen um mit einer kurzen Vorstellung von auf dem Markt befindlichen bekannte und weniger bekannte Distributionen zu beschreiben.

Außer Deiner - ist im ganzen Verlauf des Threads keine einzige negative Bewertung / Bemerkung festzustellen - und das bei mittlerweile 16.000 Zugriffen. Dein Einwand kommt nach über 80 Einträgen hier etwas spät...
Im übrigen sollten solche Diskussionen aus den Beiträgen herausgehalten werden.
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Re: Spiral Linux

Beitrag von No.6 »

Zum Einen bin ich von einem Forum-Mitglied explizit gebeten worden, über Spiral Linux einen Beitrag zu schreiben.
Du schreibst ja nicht nur über Spiral-Linux, sondern postest über verschiedenste Linux-Distributionen ohne ordnende Orientierungen zu geben.
Einen Kommentar zu Deiner Anmerkung diesbezüglich verkneife ich mir.
Warum diese Polemik?
Meine Anmerkungen waren sachlich begründet und eine Antwort darauf - wenn auch kontrovers - sinnvoll gewesen.
Außer Deiner - ist im ganzen Verlauf des Threads keine einzige negative Bewertung / Bemerkung festzustellen
Das ist imho kein gültiges Argument.
Zudem war mein Post nicht negativ, sondern bezugnehmend.
Im übrigen sollten solche Diskussionen aus den Beiträgen herausgehalten werden.
Das erschließt sich dem Betrachter nicht, da "Antworten" im Thread vorgesehen sind.
--------------------------------------------
Lieber beluga,

Ich halte Dich was Linux betrifft für sehr kompetent, kenne und wertschätze Deine Posts.
Mein Post hat Dich wohl geärgert, was nicht meine Absicht war.
Ich fände es toll, wenn Du meinen Standpunkt verstehst und wir Community-Verbündete in Sachen Linux bleiben! :!:
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Re: Spiral Linux

Beitrag von Rocki »

Spiral Linux – Software und Updates

Die Quellen fürs Installieren von Software und Updates (Repositorys) kann man im installierten System und schon im Live-System unter Software & Updates gut einsehen. Sie entsprechen sich genau. Es gibt in diesem Fenster fünf Registerblätter, von denen ich hier die Screenshots zeige. So sieht man, wie viel Debian in Spiral Linux drinsteckt.

S&U - 1 Debian Software.png
S&U - 2 Other Software.png
S&U - 3 Updates.png
S&U - 4 Authentication.png
S&U - 5 Developer Options.png
«Wer alles weiss, hat keine Ahnung.» – Horst Evers
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Re: Spiral Linux

Beitrag von bluestar »

Liest sich gut das ganze. Vielleicht lässt sich Debian ja inspirieren ... :mrgreen:
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Re: Spiral Linux

Beitrag von weser »

@beluga
Warum unbedingt als Dateisystem Btrfs, es klappt auch mit Ext4, habe dies mit KDE, Mate und Gnome ausprobiert.

Das System hat den Betrieb nicht verweigert und es hagelte auch keine Fehlermeldungen.

Keine Erklärung welchen Fehler ihr gemacht habt.

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Re: Spiral Linux

Beitrag von zebolon »

weser hat geschrieben: Fr 25. Nov 2022, 17:05 @beluga
Warum unbedingt als Dateisystem Btrfs, es klappt auch mit Ext4, habe dies mit KDE, Mate und Gnome ausprobiert.

Das System hat den Betrieb nicht verweigert und es hagelte auch keine Fehlermeldungen.

Keine Erklärung welchen Fehler ihr gemacht habt.

mfg weser
Der Autor "beluga" hat vor geraumer Zeit die Linux Bibel verlassen.

Spiral Linux ist ein Debian mit erweiterten Funktionen. So erstellt es regelmäßig Snapshots die beim Systemstart gebootet werden können. Damit lässt sich das System zu einem früheren Zeitpunkt zurücksetzen. Spiral Linux benötigt und erwartet dazu auch das btrfs-Dateisystem für eine korrekte Funktionsweise. Von einer manuellen Formatierung mit ext4 anstelle btrfs beim Installationsprozess kann ich nur abraten.

Im übrigen ist das etwa so folgerichtg, als würde ich mir eine SSD einbauen - installiere das System aber anschließend auf eine HDD...
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